Originale (2006-2011)

In diesem Buch finden sich alle Ursprungsfassungen meiner Gedichte bzw. lyrischen Texte aus dem Zeitraum 2006-2011.

Wie sich mein “dichterisches Selbstverständnis” über die Jahre wandelte, davon sollen die nächsten Abschnitte auf ernst-alberne Weise Zeugnis geben:

November 2006: Was für ein erhebendes Gefühl! Man hat seine ersten Gedichte verfasst, man hat Gedanken durch Verse poetisch zum Ausdruck gebracht und fühlt sich nun auf sonderliche Weise verwandt mit Herrschaften wie Francois Villon, Arthur Rimbaud oder auch Lord Byron. Ja, 5 Seiten des Buches, welches man sich wohlbesonnen zur Niederschrift der ausgearbeiteten Werke erkiest, sind bereits gefüllt!

August 2007: Was für ein berauschendes Gefühl! Kaum eine Woche, die keine genialen Ideen bereit halten würde – man weiß, dass die Zeit reif ist, ja! dass nun auch die Öffentlichkeit an dieser Ästhetik teilhaftig werden muss. Nicht weniger als 50 Seiten sind bereits erschlossen.

Juni 2008: Was für ein hoffnungsloses Gefühl! Man hat zwei ganze Jahre des Dichtertumes Acker bestellt und was ist die Frucht dieses seines Leibes? … 90 Seiten sind mit unbekannter Schreiberei bekleckert und 150 Seiten sind nach wie vor leer und warten dem “Dichter” mit unverhohlenem Hohne auf.

August 2009: Was für ein beklemmendes Gefühl! Man stellt ambitioniert einen Gedichtband mit dem Titel blicke – looks zusammen und schickt ihn beherzt an zwei Verlage heraus … und nichts passiert.

November 2010: Was für ein sonderbares Gefühl! Zwar sind die ersten Schritte auf die Bühne gewagt, und es lief gar nicht mal übel, aber dennoch; ein sonderbares Gefühl! Man fragt sich einerseits wie lange der Wasserhahn noch tropfen mag, ob man sich überhaupt noch einmal aufraffen können wird … zu einigen kontemplativen Stunden vor Zetteln oder einem word-Dokument … und andererseits fragt man sich wie man sich bisher so oft dazu hinreißen lassen konnte! … im Anbetracht der vielen anderen Dinge, die doch eigentlich zu tun wären! Wie steht es denn unterdes um den Bekanntheitsgrad? – nun, wer weiß … der Bekanntheitsgrad des Unbekannten ist bekanntermaßen unbekannt.

Dezember 2011: Was für ein … Gefühl! Fertig! Ein schönes Gefühl – mit dem Wert von ein paar entspannten Zigarettenlängen und ein, zwei “Frozen Daiquiris”. Man weiß, dass man, bevor man das Dichten wieder aufnehmen kann, etwas tun muss, dass nicht ganz einfach werden dürfte; nämlich wieder so ein verdammtes leeres Buch kaufen.

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